THE DEED | DAS WERK: Victoria Rosenman

Die im russischen St. Petersburg aufgewachsene und in Berlin lebende Fotografin und Konzeptkünstlerin Victoria Rosenman spricht im Rahmen ihres Interviews über die zentrale Botschaft ihres künstlerischen Werks.

DEEDS WORLD - Victoria Rosenman - Butcher_s Venus_ 2013 - photo Victoria Rosenman

Butchers Venus_ 2013, Foto: Victoria Rosenman

Victoria, bitte beschreibe das Kernthema und die zentrale Botschaft Deines Werks.

Meine Kunst erzählt von einer ewig menschlichen Erfahrung: die hochriskante, schrecklich illusionäre Schönheit von Beziehungen, Macht und Abhängigkeit, Vernichten und Erschaffen, Obsession und Hingabe. Leitmotiv ist der verwandelnde Blick gegenseitiger Erforschung von Künstlerin und sie umgebenden Menschen.

Wer bist du? Was siehst du in mir? Was könnte ich für dich sein? Und: Was wäre ich ohne dich? Wie weit wirst du gehen? Was lässt du zu? Wie entlädt sich die emotionale Spannung? Erreichen wir die kontemplative Ebene absoluter Kunst, oder stürzen wir ab?

Es sind Fotoinszenierungen, Objekte, Texte ( Manifeste ) und vor allem Installationen mit echten Menschen, die den Prozess der notwendigen Bereitschaft der Menschen, unbehagliche Zustände zuzulassen, offenbaren.

Der künstlerische Prozess ist wichtiger, als das Endresultat. Es sind zwischenmenschliche Phasen der Verunsicherung, aus denen idealerweise eine neue Kraft resultiert.

Stelle uns die Arbeit vor, die aus Deiner Sicht exemplarisch für die Botschaft Deines Werks steht, oder diese aus Deiner Sicht am besten verkörpert.

Man sieht eine grosse Projektion an der Fassade eines Gebäudes. Es wird eine Fotoinszenierung projiziert, die den Titel „Butcher’s Venus“ trägt. Dies ist meine Vision eines Menschen, der mir sehr nahe steht und sich mir komplett mit allen Ängsten und Phobien geöffnet hat. Dieser Mensch steht direkt vor der Projektion auf einem Podest, als reale Person und gleichzeitig als Kunstinstallation.

DEEDS WORLD - Victoria Rosenman - projektion_bv_ 2015 photo Victoria Rosenman

Projektion Butcher’s Venus, 2015, Foto: Victoria Rosenman

Der Betrachter beobachtet, also die reglose, lebendige Person und ihr von mir geschaffenes Abbild. Dieses Abbild ( die Projektion/ Fotografie)  ist als Endresultat und ein greifbarer Beweis, meines künstlerischen Prozesses ( der den Wert meines Schaffens ausmacht ) zu verstehen. Es ist der Beweis unserer Beziehung, die wir beide eingehen mussten, damit ich die ständig wechselnde zwischenmenschliche Hierarchie, als Kunst, erforschen kann. 

Was ist das Ziel Deiner Kunst, Deines Werks – was soll es beim Betrachter bewirken?

Das Ziel meiner Kunst ist es in erster Linie – die eigene Selbstbefriedigung, also meine. Idealerweise würde ich es schätzen, wenn meine Kunst beim Betrachter fragen aufwirft und ihn länger in Gedanken begleitet, sodass sie „markieren“ und auch in Ihrer Omnipräsenz überall bestehen kann.


Die Frage nach THE DEED | DAS WERK ist ein ergänzender und separat präsentierter Teil des THE INTERVIEW IN|DEEDS mit Victoria Rosenman.

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