THE DEED | DAS WERK: Ursula Sax

Die seit fast sieben Jahrzehnten in Berlin lebende und arbeitende Künstlerin Ursula Sax (*1935) spricht im Rahmen ihres Interviews über die zentrale Botschaft ihres künstlerischen Werks.

Frau Sax, bitte beschreiben Sie das Kernthema und die zentrale Botschaft Ihres Werks.

Es hat sich herausgestellt, das Kunst im Stadtraum, Kunst im öffentlichen Raum ein Schwerpunkt meines Interesses und meiner Begabung ist.
Es fasziniert mich, zu einer gegebenen städtisch-räumlichen Situation etwas beizutragen, das es vorher nicht gab. Etwas, das NEU ist in dieser Umgebung und ihr etwas hinzufügt, das ihr eine neue Bedeutung gibt.

Stellen Sie uns die Arbeit vor, die aus Ihrer Sicht exemplarisch für die Botschaft Ihres Werks steht, oder diese aus Ihrer Sicht am besten verkörpert.

Ich stelle Ihnen mein Werk LOOPING vor.
Es entsprang einem eingeladenen Wettbewerb und sollte die zu dem damals neu entstandenen neuen Messeeingang zugedachte, eingeplante Kunst-am-Bau-sein. Dort ist keine Städtische Situation, mit Wohnhäusern und Geschäften und Passanten.

DEEDS WORLD Ursula Sax Looping 1992 Messe Berlin- Foto-Ursula Sax-Reinhard Friedrich

Ursula Sax, Looping, 1992, 19 m (Höhe) x 50 m von Fuß zu Fußpunkt,
120 m Stahlrohr, Durchmesser 1 m,
Foto: Ursula Sax, Reinhard Friedrich

An dieser Stelle sind die Autos die Passanten, die Tag und Nacht da vorbeirauschen. Nach der Analyse dieser Gegend beschloss ich ein Format zu wählen, das diesem Standort gerecht wird. LOOPING ist 19 m hoch und 50 m breit. Sie ist aus Stahlrohr und gelb gestrichen. Die größte Skulptur in der Stadt.

Aber auch „Geometrisches Ballett (Hommage á Oskar Schlemmer)“ ist ein wichtiges Werk von mir. Die Geometrie des menschlichen Körpers fasziniert mich. Meine Tanzskulpturen durch Akteure lebendig werden zu lassen in einem Bühnenstück oder einfach performativ, ist mir eine große Freude.

DEEDS WORLD - Ursula Sax - 2019 - Sax_Semjon

Ursula Sax, Das Geometrische Ballett, 2019, 35 Fotos,
25 x 35 cm x auf 30 x 40 cm, Hahnemühlen, Fotos: Ursula Sax, Semjon H.N. Semjon

Dass das „Geometrische Ballett“ wieder auferstehen konnte, verdanke ich meinem sehr couragierten Galeristen Semjon. Er möchte nach wie vor meinen Entwurf von einer begehbaren Großplastik, den ich 1974 für den Parkraum um die neuen Hochhäuser der Bundesministerien in Bonn entworfen hatte, Wirklichkeit werden lassen lassen. Seine nicht unbescheidene Vision: Am
Kulturforum als skulptural-städtebauliches Bindeglied zwischen dem neu entstehenden Museum des 20. Jahrhunderts, und der Sharounschen Philharmonie und Staatsbibliothek. Natürlich nicht mehr in Stahl, sondern in gelb gefasstem Beton.


Die Frage nach THE DEED | DAS WERK ist ein ergänzender und separat präsentierter Teil des THE INTERVIEW IN|DEEDS mit Ursula Sax.

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