Living the City | Flughafen Tempelhof | 25.09.-20.12.2020

Städte stecken voller Geschichten – gleichzeitig, widersprüchlich, überlappend und untrennbar miteinander verbunden. Living the City erzählt über 50 Geschichten zu Projekten aus Architektur, Kunst und Stadtplanung in der Haupthalle des ehemaligen Flughafens Berlin-Tempelhof. Die Ausstellung der Nationalen Stadtentwicklungspolitik zeigt Prozesse und Handlungsmöglichkeiten in Städten in ganz Europa auf.

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Living the City, Exhibition, © Schnepp Renou, 2020

Für drei Monate verwandelt sich der ehemalige Flughafen in einen Schauplatz städtischen Lebens. In einer begehbaren Stadtcollage begegnen Besucherinnen und Besucher dort zahlreichen Geschichten von Menschen und Projekten, die sich aktiv für Stadt und Stadtgesellschaft einsetzen. Diese Geschichten stellen Fragen zu ganz grundlegenden Tätigkeiten wie Lieben, Leben, Bewegen, Machen, Teilnehmen, Lernen, Spielen, Bewegen und Träumen in der Stadt, Geschichten, die bewegen und berühren, die mitfühlen und mitdenken lassen. Ein vielseitiges Veranstaltungs- und Bildungsprogramm lädt darüber hinaus alle zur aktiven Teilnahme ein.

Mit Beiträgen von
Assemble (England),
Ila Bêka & Louise Lemoine (Frankreich/Italien),
Planbude (Deutschland),
Jeppe Hein (Dänemark),
Thomas Hirschhorn (Schweiz),
Lacaton & Vassal (Frankreich),
No Shade (International),
Olalekan Jeyifous (Nigeria/Vereinigte Staaten),
Ahmet Öğüt (Türkei),
Rotor DC (Belgien),
Zones Urbaines Sensibles (Niederlande)
und vielen anderen.

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Fotos: ZUS, Ossip van Duivenbode; Stijn Bollaert; Lacaton & Vassal, Philippe Ruault; Torhaus; Agència d’Ecologia Urbana de Barcelona; Bêka & Lemoine, Homo Urbanus; morePlatz, Sebastian Mölleken; Nicola Zolin; Fair Building; Superflex; We Are City Plaza, Claude Somot & Xiaofu Wang, Jack (Wizzel B), Zhenos; Jan Dirk van der Burg; ateliermob + Colectivo Warehouse, Fernando Guerra

Kuratorisches Team

Lukas Feireiss arbeitet als Kurator, Künstler und Autor jenseits disziplinärer Grenzen. Tatjana Schneider ist Professorin für Architekturtheorie an der TU Braunschweig. TheGreenEyl übersetzen komplexe Themen in raumgreifende Installationen und Ausstellungen.

Kuratorisches Statement

Zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft wird im Herbst 2020 eine Ausstellung mit europaweiter Ausstrahlung zum Thema Stadtentwicklung ausgerichtet, die im Auftrag des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat konzipiert wurde. Dabei wird die Haupthalle des ehemaligen Flughafens Berlin-Tempelhof zur begehbaren Stadtcollage vielfältiger Geschichten aus ganz Europa, die vom StadtMachen selbst sprechen. Mit der Ausstellung möchten die Partnerinnen und Partner der Nationalen Stadtentwicklungspolitik den Lebensraum Stadt und das Aufgabenfeld der integrierten Stadtentwicklung einer breiten Öffentlichkeit anschaulich und lebendig vermitteln.

Um die europäische Stadt in all ihrer Vielfalt, Komplexität und auch Widersprüchlichkeit zu vermitteln, wird in der Ausstellung bewusst von einer vereinheitlichten und vereinfachten Erzählung abgesehen. Vielmehr werden Städte als ein Nebeneinander unterschiedlichster Geschichten betrachtet — gleichzeitig, widersprüchlich, überlappend und untrennbar miteinander verkoppelt. Lebendig werden diese Geschichten durch die Menschen, die die Städte bevölkern, in ihr wohnen und arbeiten, in ihr spielen und träumen: Kinder, junge und alte Menschen mit verschiedenen Lebenswegen, Wünschen und Hoffnungen, Alteingesessene und Zugezogene. Ihre Erlebnisse unterscheiden sich. Sie erfahren die Stadt nicht auf die gleiche Weise. Doch nehmen sie alle am städtischen Leben teil und gestalten dabei Stadt mehr oder weniger direkt mit. Diese Aktivitäten schreiben sich in die Stadt ein und werden selbst Geschichte(n). Es sind diese Erzählungen vom Stadt-Machen, die in der Ausstellung Living the City selbst sprechen. Ganz unterschiedliche Projekte aus Architektur, Kunst und Stadtplanung, aber auch Objekte, Artefakte, Fotografien und Filme versammeln sich in der monumentalen Haupthalle des ehemaligen Flughafens Berlin Tempelhof — selbst ein Ort voller Geschichte und Geschichten.

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Luchtsingel (Luftstraße) ist der Name einer 390 Meter langen, gelben Holzbrücke, die bisher voneinander getrennte Stadtviertel im Rotterdamer Norden mit der Innenstadt verbindet.
Die von dem Architekturbüro Zones Urbaines Sensibles (ZUS) entworfene Brücke wurde als öffentliche Infrastruktur per Crowdfunding finanziert.
Bildnachweis: Zones Urbaines Sensibles, Luchtsingel, Rotterdam, Seit 2014 © Ossip van Duivenbode

Die Ausstellung thematisiert Prozesse und Handlungsmöglichkeiten in Städten. Im Diskutieren der Zusammenhänge zwischen Stadt und Menschen, Zivilgesellschaft und Politik, Ökonomie und Natur tun sich Möglichkeitsräume auf, um Stadt und das Produzieren von Stadt neu zu denken und zu verhandeln. Dabei verschreibt sich die Ausstellung einem spielerischen Vermittlungsansatz, welcher zur aktiven Teilnahme und Teilhabe an der Gestaltung unseres Stadtraumes anregen soll.

Über 50 Projekte aus ganz Europa stellen Fragen zu ganz grundlegenden Tätigkeiten wie Lieben, Leben, Machen, Teilnehmen, Lernen, Spielen, Bewegen und Träumen in der Stadt. Die Ausstellung entfaltet emotional wie poetisch aufgeladene Geschichten aus ganz Europa, die bewegen und berühren, die mitfühlen und mitdenken lassen. Wir widmen uns Stadtgeschichten, die — indem sie wieder hinaus getragen werden in die Städte — sich permanent fortschreiben und erweitern.

Zugleich ist Living the City aber auch eine Ausstellung, die selbst Stadt macht. So erwächst die europäische Stadt in der ehemaligen Abfertigungshalle als eine aus Themen und Ideen, Bauten und Prozessen bestehende Collage. Für die Dauer von drei Monaten wird die Ausstellung als begehbare Stadtlandschaft zum zentralen Schauplatz der Diskussion über Stadtentwicklung. Wer baut was wo? Wie und von vom wem wird Zukunft gestaltet? Wer hat Zugang zu den Infrastrukturen und Angeboten der Stadt? Durch das öffentliche Programm aus Vorträgen, Filmvorführungen, Workshops, Performances, temporären Ateliers, einem Online-Radio und einem internationalen Symposium mit Architektur- und Kunstschaffenden, Stadtplanenden, politisch aktiven Menschen und Menschen aus der Politik, Medienschaffenden, Philosoph*innen sowie Fachforschenden werden die unterschiedlichsten Erzählungen, Bestrebungen und Erfahrungen erlebbar.

Mit ihrem vielfältigen Veranstaltungs- und Bildungsprogramm wird die Ausstellung zu einem Ort der Beteiligung und einer wichtigen kulturellen Anlaufstelle für alle Bewohnerinnen, Bewohner und Gäste der Stadt. Living the City ist eine Ausstellung, die Lust auf Stadt macht.

Lukas Feireiss, Tatjana Schneider, TheGreenEyl
Berlin, Juni 2020

WO? Haupthalle des Flughafen Tempelhof, Platz der Luftbrücke 5, 12101 Berlin-Tempelhof

WANN? Di 10–20 Uhr, Mi, Fr, Sa, So 12–20 Uhr, Do 12–22 Uhr, Mo geschlossen

Tickets: www.tickets.livingthecity.eu

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