25 Jahre Vereinigung der Akademie der Künste Ost und West | Lesung + Diskussion | 22.11.2018

Die Akademie der Künste am Pariser Platz lädt am 22. November 2018 um 19 Uhr zu einer Lesung mit Diskussion anlässlich des 25. Jubiläums der Vereinigung der Akademie der Künste Ost und West.

Heiner Müllers Ansicht nach war es „keine Liebesheirat, sondern eine Vernunftehe“: Vor 25 Jahren vereinigten sich die Künstlergemeinschaften in beiden Teilen Deutschlands zu einer gesamtdeutschen Akademie der Künste. Der Staatsvertrag über die von Berlin und Brandenburg getragene Akademie der Künste wurde am 20. September 1993 unterzeichnet. Was aus heutiger Sicht selbstverständlich erscheint, war das Ergebnis einer heftig geführten Auseinandersetzung innerhalb und außerhalb der Künstlersozietät. Der zwei Jahre andauernde Akademie-Streit wuchs sich zu einer ideologischen Ersatzdebatte über die Wiedervereinigung aus. Die beiden Präsidenten Walter Jens und Heiner Müller trugen maßgeblich zum Gelingen bei. Trotz unterschiedlicher Intentionen hielten sie am Ziel einer selbständigen und unabhängigen Akademie der Künste fest und fanden einen selbstbestimmten Weg, in dem Künstlerinnen und Künstler aus Ost und West zusammenfanden.

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Akademie der Künste am Pariser Platz, 2016

Eher reibungslos, wenn auch nicht ohne Einbußen, verlief die Fusion der beiden Archive in Ost und West. Bereits im Herbst 1990 verfassten die Leiter das Konzept für ein gesamtdeutsches Kunstarchiv, das mit der Vereinigung weitgehend umgesetzt wurde. Heute ist das Archiv ein renommiertes Kunstarchiv der Moderne, das alle Kunstsparten umfasst und mit seinem multidisziplinären Konzept ein Alleinstellungsmerkmal genießt. Das Jubiläum ist für die Akademie Anlass, einen Blick zurückzuwerfen. Katharina Wackernagel und Charly Hübner lesen Texte aus dem Vereinigungsprozess. In einem Gespräch setzen sich Katharina Thalbach, Christoph Hein, Jürgen Becker, Ulrich Roloff-Momin und Klaus Staeck mit der Entwicklung der Künstlersozietät in den letzten 25 Jahren auseinander. Dabei spielen Fragen eine Rolle, die damals wie heute diskutiert wurden: Was sind die Aufgaben einer Akademie, und wie kann ihre Internationalität ausgestaltet sein? Was für Erfahrungen bringen Mitglieder aus Ost und West in die gemeinsame Akademie ein? Der Rundfunkjournalist Alfred Eichhorn, der das Vereinigungsgeschehen selbst begleitet hat, moderiert das Gespräch.

Mit Jürgen Becker, Christoph Hein, Charly Hübner, Ulrich Roloff-Momin, Klaus Staeck, Katharina Thalbach, Katharina Wackernagel, Moderation Alfred Eichhorn
Begrüßung: Jeanine Meerapfel, Präsidentin der Akademie der Künste, und Werner Heegewaldt, Direktor des Archivs

WANN? Donnerstag, 22. November 2018, 19 Uhr, Eintritt frei

WO? Akademie der Künste, Pariser Platz 4 (am Brandenburger Tor), 10117 Berlin-Mitte

 

Foto: Akademie der Künste am Pariser Platz, © Stephanie Schneider

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