A Slightly Curving Place | HKW | 23.07.-20.09.2020

Was heißt das: der Vergangenheit zuhören? A Slightly Curving Place betrachtet eine Archäologie des Klangs als grundlegende Konfrontation mit dem Gefühl, dass die Vergangenheit nicht eingefangen werden kann. Das HKW (Haus der Kulturen der Welt) zeigt diese Ausstellung ab 23. Juli 2020, begleitet von einem digitalen Diskursprogramm und einer Publikation.

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A Slightly Curving Place, Banneransicht. Foto: Laura Fiorio/HKW

Die Ausstellung bezieht sich mit ihrem Titel auf einen Ausdruck aus dem Prakrit, der aus der Kosmologie des Jainismus stammt: „Isipabbhar“ bezeichnet einen besonderen Ort über dem Himmel, an dem das Firmament gebogen wie ein Sonnenschirm erscheint. Hier leben die Seelen der Vollkommenen in ewiger Einsamkeit. Sie sind vom übrigen Kosmos getrennt, können keinen Kontakt zueinander aufnehmen, einander weder hören noch gehört werden.

In der Ausstellung entsteht ein bogenförmiger Ort nicht am Scheitelpunkt des Universums, sondern unter einer ambisonischen Klangkuppel. Hier kann sich ein Publikum versammeln, um einer Vergangenheit nachzuspüren, die heute nicht mehr hörbar ist. In einem anderen Raum rotiert ein tanzender Körper auf Projektionsleinwänden und malt ein Bild der Zeit, das in ein anderes übergeht.

DEEDS WORLD - A Slightly Curving Place _0098 - Foto Laura Fiorio HKW

A Slightly Curving Place, Installationsansicht. Foto: Laura Fiorio/HKW

A Slightly Curving Place antwortet auf experimentelle Ansätze des Klangarchäologen Umashankar Manthravadi, der mithilfe selbst gebauter ambisonischer Mikrofone die akustischen Eigenschaften von vormodernen Aufführungsstätten vermisst. Das Zentrum der Ausstellung bildet ein vielstimmiges, räumlich inszeniertes Hörstück, das Beiträge aus Literatur, Choreografie, Tanz, Schauspiel, Komposition, Musik, Fieldrecordings und Sounddesign zusammenbringt. Die Mitwirkenden greifen dabei nicht nur die Arbeit der anderen auf, sondern lassen weitere Anregungen einfließen und transformieren sie. Die ambisonische Kuppel besteht aus 21 Lautsprechern und erzeugt ein dreidimensionales Klangfeld. Sie wird vom Fachbereich Audiokommunikation der Technischen Universität Berlin zur Verfügung gestellt.

DEEDS WORLD - A Slightly Curving Place _0138 - Foto Laura Fiorio HKW

A Slightly Curving Place, Installationsansicht. Foto: Laura Fiorio/HKW

Digitales Diskursprogramm:
Coming to Know ist eine Serie von drei, die Ausstellung begleitenden digitalen Veranstaltungen, die in Zusammenarbeit mit Brooke Holmes (Professor of Classics, Princeton University) realisiert werden.

Publikation:
Ein Begleitband zur Ausstellung erscheint im September 2020 bei archive books. Mit Beiträgen von
Umashankar Manthravadi, Vinit Agarwal, Moushumi Bhowmik, Padmini Chettur, Nida Ghouse,
Alexander Keefe, Sukanta Majumdar, Maarten Visser.

Die Ausstellung entsteht unter Mitwirkung von und in Zusammenarbeit mit Umashankar
Manthravadi, Bani Abidi, Mojisola Adebayo, Vinit Agarwal, Sukesh Arora, Anurima Banerjee,
Moushumi Bhowmik, Arunima Chatterjee, Madhuri Chattopadyay, Padmini Chettur, Emese
Csornai, Padma Damodaran, Hugo Esquinca, Jenifer Evans, Eunice Fong, Tyler Friedman,
Janardan Ghosh, Brooke Holmes, Alexander Keefe, Sukanta Majumdar, Robert Millis, Farah
Mulla, Rita Panjatan, Ayaz Pasha, TJ Rehmi, RENU, Uzma Z. Rizvi, Sara, Yashas Shetty, The
Travelling Archive, Maarten Visser u.a.

A Slightly Curving Place

WO? HKW, John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten

WANN? 23.07.-20.09.2020, 14:00 – 20:00 Uhr, Mi – Mo, dienstags geschlossen

KOSTET? Eintritt frei

www.hkw.de

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