48 STUNDEN NEUKÖLLN – Das Kunstfestival | 14.06.-16.06.2019

Das Jahresthema des Kunstfestivals 48 Stunden Neukölln für 2019 lautet „Futur III”. Damit blickt es weit voraus in eine Zukunft, die zu diesem Zeitpunkt bereits Vergangenheit gewesen sein wird. Zum vollständigen Programm des Kunstfestivals geht es hier entlang.

48 STUNDEN NEUKÖLLN ist ein Forum für künstlerische Projekte aller Sparten der Berliner Kunstszene. Es findet – in diesem Jahr bereits zum 21. Mal – an drei Tagen im Juni in diesen Kiezen Neuköllns statt: Donau-Nord-Kiez, Flughafenkiez, Körnerkiez, Passagekiez, Reuterkiez, Richardplatz, Schillerpromenade und Wildenbruchkiez. Galerien, Kulturinstitutionen, Projekträume, Künstler in den Ateliers und an zahlreichen weiteren Kunstorte öffnen ihre Türen – viele davon in Eigeninitiative und ohne zusätzliche Förderung oder substantielle Einnahmen. Im vergangenen Jahr 2018 beteiligten sich rund 2.000 Künstler*innen an etwa 250 Orten an dem Festival. Mithilfe einer Map können sich die Besucher*innen durch die Kieze bewegen und viele künstlerische und außergewöhnliche Entdeckungen machen. Das Festival präsentiert und fördert Kunst, die einen Beitrag zur Diskussion aktueller gesellschaftlicher Themen leistet und diese reflektiert.

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Labor der Wünsche, Intervention im Polymedialen Ponyhof, 48 Stunden Neukölln 2015, Foto: Dirk Schamuhn

Das Jahresthema „Futur III“ beschreibt das Paradox einer retrospektiv vorausgesehenen Zukunft, einer Zukunft, auf die man vorwegnehmend zurückblickt (z.B.: „Ich werde dorthin gegangen gewesen sein“). Damit wird zugleich etwas über die Hoffnungen, Erwartungen und Ansprüche des Jetzt ausgedrückt.

Festivalleiter Dr. Martin Steffens und Thorsten Schlenger erklären: „In der Gegenwart sind wir in komplexe Verhältnisse verstrickt und arbeiten uns an einem scheinbar alternativlosen Status quo ab. Entwicklungen und Veränderungen erkennen wir allein in der Rückschau: Beruhigend wirken die erfolgreich konstruierten Kausalketten des Fortschritts. Der Blick in die Zukunft ist dagegen häufig geprägt von Prognosen, die von Bedrohung und Niedergang erzählen. Mithilfe der sperrigen, standardsprachlich nicht akzeptierten grammatikalischen Zeitform Futur III werden die 48 STUNDEN NEUKÖLLN zu einem Zukunftslabor, das diese Lähmung mit künstlerischen Mitteln konstruktiv durchbricht. Uns erwartet ein Festival, das die Folgen zukünftiger künstlerischer und gesellschaftlicher Handlungen antizipiert und für alle erlebbar macht.“

Zur Diskussion standen rund 90 Themenvorschläge, die als Reaktion auf einen Open Call aus dem Umfeld des Festivals eingesandt wurden. Der Themenvorschlag „Futur III“ stammt von der Neuköllner Künstlerin Claudia Simon, die darin viele Aspekte der eingesandten Vorschläge berücksichtigt hat.

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recycled sound garden – ein Klangprojekt im Treppenhaus, 48 Stunden Neukölln 2015, Foto: Dirk Schamuhn

Seit der Gründung 1999 hat sich 48 STUNDEN NEUKÖLLN mit seinem Vorbildcharakter als Berlins größtes freies Kunstfestival etabliert. Die hier entstandenen künstlerischen Arbeiten wirken als Impulse weit über Berlin-Neukölln hinaus, beziehen Stellung zu gesamtgesellschaftlichen Fragen und fördern einen nachhaltigen Austausch mit der internationalen Kunstszene. Die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa hat das Festival 2018 in den Kreis der stadtpolitisch relevanten Veranstaltungen aufgenommen und fördert es im Rahmen des Festivalfonds. 2017 wurde 48 STUNDEN NEUKÖLLN zum zweiten Mal mit dem EFFE Label (Europe for Festivals, Festivals for Europe) als eines von „Europe’s finest festivals“ ausgezeichnet.

www.48-stunden-neukoelln.de

48 STUNDEN NEUKÖLLN wird organisiert und koordiniert vom Kulturnetzwerk Neukölln e.V.

Kontakt: Karl-Marx-Straße 131, 12043 Berlin-Neukölln, kulturnetzwerk.de

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